Florenz - Wiege der Renaissance-Kunst

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Firenze - der größte Kunstschatz der Welt

Die 10 bekanntesten Kunstwerke aus Florenz

Baukunst in Florenz - Domkuppel von Filippo Brunelleschi

Florenz ist die Geburtstadt der Renaissance und birgt den größten Kunstschatz der Welt. Bereits im Jahre 1982 wurde die Hauptstadt der Toskana zum Welterbe der UNESCO erklärt.

Unter dem Einfluss der reichen und mächtigen Bankiersfamilie De Medici wurde Florenz zum Mekka der Kunst. Von Donatello, Leonardo da Vinci bis hin zu Michelangelo Buonarotti, es gibt keine Stadt der Welt deren kulturelles und kunsthistorisches Erbe auch nur irgendwie vergleichbar ist.

Florenz, im 19. Jahrhundert gar Hauptstadt des italienischen Königreiches, lebt heute hauptsächlich vom Tourismus, der durch die eindrucksvolle und kunsthistorische Geschichte der Stadt angezogen wird. Florenz (italienisch Firenze) ist wie die Stadt Rom ein riesiges Freilichtmuseum. Die bedeutendsten Schätze befinden sich allergings genau hinter den starken Renaissance-Mauern.

Im Folgenden eine kurze Übersicht der 10 bekanntesten Kunstwerke aus Florenz:

Il David di Michelangelo
Der David von Michelangelo (1475 - 1564) gilt als die berühmteste Kunstskulptur der Welt und stammt aus dem Jahre 1503. Tausendfach kopiert und als Miniatur im Supermarkt verkauft, war Michelangelos David einst eine Weltsensation. Jahrhunderte lang stand die Statue vor dem Palazzo Vecchio auf dem Marktplatz, dem Piazza della Signoria von Florenz. Geschlagen aus einem riesigen Marmorblock hat die Statue eine Höhe von über 5,00 m und steht heute in der Galleria dell' Accademie. Die Statue verkörpert nicht nur das perfekte Sinnbild eines starken Mannes, sondern viel mehr als das. Weitblick, Selbstvertrauen und Furchtlosigkeit gegenüber dem Riesen Goliath sind nur einige Eigenschaften. Letztlich spiegelt der David die gesamte Macht der Familie Medici wieder und selbst die kleine Arroganz Ihres Schaffers: der menschenscheue und talentierte Michelangelo Buonrotti aus Florenz bzw. Caprese (bei Arezzo) in der Toskana.

La Gioconda di Leonardo da Vinci
Die Giaconda von Leonardo da Vinci (1452 - 1519) ist vielen besser bekannt als die Mona Lisa. Geschaffen 1503 in Florenz, nahm Leonardo aus Vinci das Bild 1516 mit auf seinen Alterswohnsitz im französischen Amboise. Nach Da Vincis Tod erwarb der französische König das Bild. Heute befindet sich die Mona Lisa im Louvre und ist wohl das berühmteste Gemälde der Welt. Der Versuch, das Bild durch Raub wieder in seine Heimat Florenz zu überführen, war ein Erfolg. Jedoch wurde die Mona Lisa dem Louvre in Paris zurückgegeben. Viele Geheimnisse drehen sich um das Bild der Kaufmannsfrau Lisa. Die bekannteste Theorie oder gar Wahrheit ist, die Mona Lisa zeigt nicht etwa Frau Lisa, sondern den heimlichen Geliebten Leonardos: der junge Andrea Salai, dessen Initialien sich auf dem Bild befinden sollen. Laut Geogio Vasari, dem Biografen der Renaissance mit samt seinen Künstlern, steht die Bezeichnung Mona Lisa nicht für die Frau Lisa sondern ist lediglich eine Verschlüsselung für die Bezeichung "Mon Salai" - Mein Salai. Da Homosexulität in der Zeiten der Renaissance jedoch verboten war, wird die ganze Wahrheit wohl nie geklärt.

La Cupola di Brunelleschi
Bereits im Jahre 1436 wurde die weltbekannte rote Kuppel des Florentiner Doms Santa Maria del Fiore eingeweiht. Als ein Meisterwerk der Renaissance schuf der berühmte Architekt Filippo Brunelleschi (1377 - 1446) etwas, was es in diesem Ausmaß seit dem Ende des römischen Reiches und dem frühen Christentum nicht mehr gegeben hat und selbst bis heute, im Jahr 2013, nicht übertroffen wurde. Er erschuf die erste doppelschalige steinerne Kuppel der Kunst- und Architekturgeschichte, an der sich zahlreiche weitere Kuppeln, wie z. B. Michelangelos Kuppel des Petersdom in Rom orientieren sollten. Die Cupola des Florentiner Domes gehört mit einem Durchmesser von fast 45 m noch heute zu einer der größten Kuppeln der Welt. Die Fassadengestaltung der Kuppel ist allerdings bis heute nicht vollständig abgeschlossen. Brunelleschi selbst erhielt ein Denkmal, dessen Blickrichtung zur Domkuppel neigt. Der Architekt fand sein Grab in der Domkrypta.

Il David di Donatello
Der David von Donatello (1386 - 1466) ist deshalb so berühmt, weil er die erste menschengroße Plastik/Skulptur seit der Antike darstellt. Die Bronzestatue aus dem Jahre 1430 befindet sich heute im Skulpturmuseum "Bargello" in Florenz. Die detailgetreue Darstellung des menschlichen, nackten Körpers mit einer Größe von 1,58 m war zu damaligen eine Weltsensation. Und nicht nur das, mit dem Reiterstandbild für den italienischen Herresführer Gattamaleta schuf Donatello in Padua zugleich das erste originalgetreue plastische Reiterstandbild seit der römischen Antike. Finanzielle Unterstützung erhielt Donatello vor allem von seinem engen Freund, dem Fürsten Cosimo de Medici selbst.

Die Geburt der Venus von Botticelli
Die Geburt der Venus "La nascita di Venere" von Botticelli gehört zu den berühmtesten Bildern der Renaissance. Wie auch im Bild "Primavera" - der Frühling - spielte Sandro Botticelli (1445 - 1510) mit reichlich Farbe und verlieh seinen Bildern somit eine gewisse Einzigartigkeit ihrer Zeit. Weniger religiös appeliert das Bild an die Schönheit von Mensch und Natur. Sowohl "die Geburt der Venus", als auch "der Frühling" befinden sich zusammen mit Zeichnungen von Leonardo da Vinci im Botticellisaal in den Uffizien von Florenz. Der Eintritt kostet ca. 7,00 Euro.

Michelangelos Pieta von Florenz
Michelangelos Pieta von Florenz befindet sich heute im Dom-Museum zu Florenz. Das einzigartige an der Skulptur ist die Selbstdarstellung Michelangelos hinter dem Abbild des sterbenden Jesus. Die über 2m hohe Statue ist vermutlich zwischen den Jahren 1547 und 1555 entstanden und sollte einst Michelangelos eigenes Grabmal schmücken. Dieses wurde jedoch von seinem Freund, Weggefährten und Biograf Giorgio Vasari (1511 - 1574) geschafffen.

Vasari und das jüngste Gericht
Vasari war ein großer Verehrer Michelangelos und wollte ihm um nichts nachstehen. Im Jahre 1572 begann er im Dom von Florenz mit der Ausmalung der Domkuppel. In einer Höhe von bis zu 80 Metern war es Vasaris Ziel das größte christliche Bild der Welt zu malen, Vasaris "Jüngstes Gericht". Dieser Traum endete ziemlich schnell. Bereits 1574 verstarb Vasari, so dass die Ausmalung an seine Nachfolger übergeben wurde. Nichts desto trotz gehört die Ausmalung der Domkuppel von Florenz bis heute zu den größten und aufwendigsten Bilder der Welt.

Santa Maria Novella di Leon Battista Alberti
Die Kirche Santa Maria Novella in Florenz gilt als absolutes Meisterwerk der Renaissance. Die Besonderheiten liegen hier nicht etwa im Inneren der von Alberti (1404 - 1572) geschaffenen Kirche sondern in ihrer Fassade selbst. Während die untere weiß-grüne Marmorfassade noch triumphbogenartig dargestellt ist, gleicht die obere Fassade eher einem Tempel, der durch eine Art Querstreifen von der unteren Fassade getrennt ist. Die Vermischung verschiedener Baustile und Ordnungen auf einer gotischen Grundlage führte zur Renaissance der Kirchenbaugeschichte.

Campanile di Giotto
Die Camanile di Giotto, der Glockenturm des Domes zu Florenz, ist ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Der Glockenturm hat eine Höhe von über 80 m und liegt damit gut 10m tiefer, als die Aussichtsplattform des Domes zu Florenz. Die Fertigstellung im Jahr 1359 konnte Giotto di Bondone (1266 - 1337) allerdings bei weitem nicht mehr erleben. Für die Touristen ist es jedenfalls ein Höhepunkt, da der Glockenturm von Florenz wie auch der schiefe Turm von Pisa besichtigt und bestiegen werden kann.

Capelle de Medici - Die neue Sakristei von Michelangelo
Die neue Sakristei der Kirche San Lorenzo, in unmittelbarer Nähe zum Florentiner Dom, wurde ab 1520 nach Plänen von Michelangelo Buonarotti im Auftrag von Giovanni de Medici, auch bekannt als Papst Leo X., geschaffen. Berühmt sind vor allem die Marmor-Grabmäler für die jung verstorbenen und weniger bekannten Medici-Fürsten Guiliano und Lorenzo (dem Fürsten von Urbino). Michelangelo selbst schuf die berühmtesten Florentiner Fürstengrabmäler. Guilianos Grabmal schmücken die Figuren der Morgen- und Abendröte. Lorenzos Grabmal schmücken die Figuren für den Tag und die Nacht. Ein aufwendigeres Florentiner Grabmal hat allenfalls Michelangelo selbst, das wiederum von seinem Nachfolger Giorgio Vasari geschaffen wurde und die drei Professionen der Architektur, Bildhauerei und Malerei monumental abbildet.



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